Die Döbelner Pferdebahn

Der vom Döbelner Zentrum ziemlich weit entfernte Hauptbahnhof machte im vorigen Jahrhundert eine innerstädtische Verkehrsverbindung zur Notwendigkeit. Einige Döbelner Geschäftsleute und Fabrikanten regten an, eine Aktiengesellschaft "Döbelner Straßenbahn" zu gründen.
Man hatte sich geeinigt, eine Pferdebahn einzurichten, eine elektrische Bahn wurde abgelehnt. Nach Festlegung der Streckenführung zwischen Hauptbahnhof und Restaurant "Weißes Kreuz" in der St.-Georgen-Straße begann die Verlegung der Gleise mit 1,0 m Spurweite ab April/Mai 1892. Reste der Gleisanlage sind heute noch im Bereich des Obermarktes zu besichtigen. Es wurden auf der am 10. Juli 1892 eröffneten eingleisigen (mit Ausweichstellen) und 2450 m langen Strecke insgesamt 11 Haltestellen eingerichtet.
Während des 1. Weltkrieges mußten Pferde abgegeben werden, auch mangelte es an Futter. Schlimm waren die Jahre der Inflation von 1921 bis 1923. Zwar wurde der Fahrpreis von 15 Pfennig auf 6 Mark erhöht, jedoch konnten die Betriebskosten nicht gedeckt werden. Es erfolgte Antrag auf Liquidation und das Personal ging in die Arbeitslosigkeit. Vom 16.09.1922 bis 02.03.1924 ruhte der Betrieb völlig.
Bei Wiederaufnahme betrug der Fahrpreis 20 Pfennig, eine Pferdebahnmünze kam in Umlauf. Am 10. Dezember 1926 fuhr die Pferdebahn letztmalig durch Döbeln, zur Ablösung traten nun die Autobusse an.
Quelle: Traditions- und Förderverein Lessing-Gymnasium Döbeln e.V.